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Pricing-Glossar

Entwickelt von Schuppar Consulting, 2009

Aktionspricing Pricingmethode, bei der die Preise vorübergehend gesenkt werden, um den Absatz kurzfristig zu erhöhen oder signifikanten Marktanteil zu gewinnen.
Conjoint-Analyse Marktforschungsmethode, die die Beziehung zwischen den wahrgenommenen Elementen von Kundennutzen und dem Preis untersucht.
Dynamisches Pricing Pricingmethode, die einen Preis abhängig von der Zeit bestimmt. Diese Methode wird oft in der Tourismusbranche genutzt.
Ersatzteil-Pricing Pricingmethode, die für Preisbestimmung der begleitenden Produkte eines Stammprodukts oder -dienstleistung genutzt wird. Die Marge der begleitenden Produkte ist oft höher als die Marge des Stammprodukts oder -dienstleistung.
Externe Preisimplementierung Preisverhandlung und -implementierung mit dem Kunden oder Absatzmittler.
Flatrate-Pricing Pricingmethode, die einen fixen Preis für den Konsum eines Produktes oder Dienstleistung über einen bestimmten Zeitraum ansetzt. Wichtig für den Anbieter ist eine realistische Abschätzung des erwarteten Konsums.
Interne Preisimplementierung Interne Koordinierung und Konsenserzielung im Preisbestimmungsprozess in einem Unternehmen.
Kosten-plus Pricing Pricingmethode, bei welcher der Preis aus den gesamten Herstellungskosten plus einer Zielgewinnmarge ermittelt wird.
Kostenpreis Kaufpreis eines Produktes oder einer Dienstleistung.
Kundennutzen Quantifizierung des wahrgenommenen Nutzens eines Produktes oder einer Dienstleistung aus Kundenperspektive.
Nutzenrechner Ein IT-basiertes Tool, das den wahrgenommenen Kundennutzen quantifiziert und die Ergebnisse für Value-Pricing nutzt.
Penetration-Strategie Preisstrategie, die bei der Einführung neuer Produkte anwendbar ist. Der Preis wird auf einem sehr niedrigen Niveau gesetzt, um schnell Marktanteil zu gewinnen und die Produktionskosten über Steigerungen der Absatzmenge weiter zu senken.
Power-Pricing Pricingmethode, die tendenziell höhere Preise ansetzt, um den Gewinn zu maximieren. Bei dieser Methode werden auch signifikante Absatzverluste in Kauf genommen.
Preis Geldwert zugeordnet zu einem Produkt oder Dienstleistung.
Preis- und Konditionensystem In einem Preissystem werden Preisforderungen für angebotene Leistungen festgelegt, wobei Preise aus mehreren Konditionenarten wie Listenpreis, Rabatte und Boni sowie Zahlungsbedingungen zusammengesetzt sein können.
Preis-Absatz-Funktion Darstellung der funktionalen Abhängigkeit des Absatzes vom Preis.
Preis-Benchmarking Preisvergleich von Produkten oder Dienstleistungen über verschiedene Industrien oder Marktsegmente hinweg.
Preisbezogenes Controlling Ein Modul des Preismanagements, dessen Hauptziel die Überwachung und Steuerung der preisbezogenen Aktivitäten ist.
Preisbezogenes Informationsmanagement Systematisches Sammeln, Speichern und Verarbeiten von preisbezogenen Informationen für ein systematisches Preismanagement.
Preisbündelung Kombination von Produkten oder/und Dienstleistungen, die zu einem Bündelpreis vermarktet wird.
Preisdifferenzierung Preisdifferenzierung heißt, keinen Einheitspreis für ein Produkt zu verlangen, sondern zeitlich, örtlich, kundenspezifisch, mengenspezifisch oder vertriebskanalspezifisch unterschiedliche Preise anzusetzen.
Preiselastizität Das Maß der Absatzänderung in Relation zur Preisänderung für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Niedrige Preiselastizität deutet kleine Absatzänderungen an, während hohe Preiselastizität hohe Absatzänderungen anzeigt. Der Wert der Preiselastizität ist meist negativ, da höhere Preise in der Regel mit niedrigeren Absatzzahlen verbunden sind.
Preisfolger Wettbewerber im Markt, die den preisbezogenen Aktivitäten des Preisführers folgen.
Preisführer Dominierender Wettbewerber im Markt, der preisbezogene Aktivitäten wie Preisbestimmung, -erhöhung oder -senkung initiiert.
Preisindex Normalisierter Preisdurchschnitt und -entwicklung, oft kategorisiert nach Produktgruppen oder Marktsegmenten.
Preiskommunikation Kommunikation von preisrelevanten Sachverhalten gegenüber allen Marktteilnehmern wie Kunden, Wettbewerber, Absatzmittler, Presse usw. Ein Beispiel ist die Ankündigung einer Preiserhöhung in einer öffentlichen Internetplattform.
Preiskorridor Vorgabe einer oberen und unteren Leitplanke, innerhalb derer sich Verkaufspreise für ein Produkt bewegen sollen, wichtig zum Beispiel im internationalen Preismanagement.
Preiskrieg Situation, in der mindestens zwei Wettbewerber die Preise für konkurrierende Produkte sukzessiv senken, um ihnen Marktanteil beizubehalten oder zu vergrößern.
Preismanagement Preismanagement umfasst alle Preisentscheidungen auf den Ebenen von Preisstrategie und deren Konkretisierung in den Preissystemen sowie preisbezogene Aktivitäten in den Bereichen Preisfindung und Preisdurchsetzung.
Preispositionierung Positionierung von Produkten innerhalb einer Produktgruppe durch Ansetzen eines bestimmten Preis.
Preisstabilität Situation, in der das durchschnittliche Preisniveau über einen bestimmten Zeitraum unverändert bleibt.
Preisstrategie Eine Preisstrategie ist eine Vorgabe hinsichtlich der preislichen Positionierung im Wettbewerb, der Spreizung von Preisen zwischen Kunden sowie der langfristigen Ausrichtung von Preisen über den Zeitablauf.
Preisverhandlung Ein Dialog zwischen Verkäufer und Käufer, das Erreichen eines Abkommens in Bezug auf Preis und Vertragsbedingungen beabsichtigt.
Premiumpreis Der Betrag, der zusätzlich zum regulären Marktpreis bezahlt wird. Dieser ist das Resultat eines als höher wahrgenommenen Kundennutzens im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten oder -dienstleistungen.
Pricing Der Prozess der Bestimmung und Zuordnung eines Geldwertes zu einem Produkt oder Dienstleistung.
Pricing Tool Ein IT-basiertes Tool, das zur Optimierung von Preisentscheidungen für neue Produkte und systematisches Preismanagement für bestehende Produkte genutzt wird.
Pricing-Manager Mitarbeiter/Führungskraft in einem Unternehmen, die preisbezogene Entscheidungen und Aktivitäten verantwortlich bündelt und als interner Dienstleister für das Preismanagement der verschiedenen Abteilungen agiert.
Pricing-Prozess Prozeduren, Instrumente und menschliche Fähigkeiten zur Preisbestimmung und -implementierung.
Reverse-Pricing Spezifische Form des dynamischen Pricing: Der potentielle Kunde bestimmt aktiv den Preis. Die Verkäufer reagieren auf den gesetzten Preis durch Bieten oder Akzeptieren des Angebots.
Signal-Preis Preis, der in der frühen Phase einer Verhandlung als Startpunkt genannt wird. Der Signal-Preis ist oft nicht der Preis, der am Ende des Verhandlungprozesses vereinbart wird.
Skimming-Strategie Preisstrategie für neue Produkte, bei welcher der Anfangspreis hoch angesetzt wird. Somit wird zuerst die hohe Zahlungsbereitschaften von Marktsegmenten mit niedriger Preiselastizität abgeschöpft. Der Anfangspreis wird dann nach einer gewissen Zeit sukzessiv abgesenkt, um das Potential der preislich sensibleren Marktsegmente auszunutzen. Ein gutes Beispiel hierfür sind innovative Mobiltelefone, die in den ersten sechs Monaten zu hohen Aufschlägen an zahlungskräftige Kunden verkauft werden und nach einem Jahr im Handel dann nur noch einen Euro kosten.
Target-Preis Der Preis, den ein Verkäufer oder Käufer in einer Verhandlung erreichen will.
Value-Pricing Pricingmethode, die den wahrgenommenen Kundennutzen als Hauptkriterium für die Preisbestimmung nutzt.
Varianten-Pricing Pricingmethode, bei der seltene Varianten teurer bepreist werden als häufige Varianten. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass bei einer Kostenrechnung, welche fixe Kosten über Umsätze den Produkten zuschlüsselt, seltene Varianten oftmals zu geringe Kosten haben. Die seltenen Varianten verbrauchen in Wirklichkeit mehr von den fixen Kosten als auf den ersten Blick erkennbar. Grundlage für ein Varianten-Pricing ist eine Prozesskostenrechnung.
Velocity-Pricing Pricingmethode, die den Warenumschlag als Kriterium für die Preisbestimmung nutzt. Produkte mit hoher Rotation (Umschlagsfrequenz) werden preislich geringer angesetzt, da Kunden die Preise für diese Produkte eher sehr gut kennen. Bei Produkten mit geringer Rotation werden hingegen höhere Preise angesetzt, da Kunden die Produkte seltener nachfragen und Preise nicht gut kennen.
Walk-away Preis Der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist zu verkaufen. Sollte der Käufer auch diesen Preis nicht akzeptieren, wird der Verkäufer einen Abbruch der Verhandlung signalisieren, oftmals kommt es dann doch noch zum Abschluss.
Wettbewerbsorientiertes Pricing Pricingmethode, bei der die Preise der konkurrierenden Wettbewerbsprodukte als Hauptkriterium für Preisbestimmung in Betracht gezogen werden.
Zahlungsbereitschaft Der maximale Preis, den ein Kunde für ein Produkt oder Dienstleistung bereit zu bezahlen ist.